Das Fast-Fashion Quiz - Lösungen und Infos

Die Fastenzeit ist für viele Menschen eine Zeit des freiwilligen, bewussten Verzichts. Meist geht es um Alkohol oder Süßigkeiten - aber es gibt auch ganz andere Möglichkeiten: Wie wäre es zum Beispiel damit, das eigene Konsumverhalten zu überdenken und beispielsweise während der Fastenzeit auf den Kauf neuer Kleidung zu verzichten?


Warum Modekonsumverzicht? Mit den Folgen von Fast Fashion befasst sich das folgende Quiz, das die DZ in Kooperation mit Dünami (Dülmen Nachhaltig Mitmachen) veröffentlicht. Die richtigen Antworten finden Leserinnen und Leser unten auf der Seite. Auf der Homepage www.duenami.de stehen zusätzlich zu jeder Frage weitere Zusatzinfos mit Quellenangaben bereit.


Zudem lädt Dünami dazu ein, kreativ zu werden: Was kann jede und jeder tun, um sich sozial- und umweltverträglicher zu kleiden? 

Ideen zu nachhaltigem Modekonsum können per Email an info@duenami.de gesendet werden. Alternativ können die besonders Kreativen auch ein kleines Gedicht verfassen, in dem die Begriffe „Mode“, „Textilproduktion“, „Fast Fashion“ und „Müll“ vorkommen. Auch andere Beitragsformen sind möglich. Unter allen Einsendungen verlost Dünami drei Einkaufsgutscheine für den Dülmener Unverpacktladen Sisu in Höhe von je 50 Euro.

Schickt uns eure Beiträge bis zum 07.03.2026

Frage 1:  Was versteht man unter Fast-Fashion?  Antwort: C

Die Gründer des spanischen Konzerns Inditex, zu dem das Modeunternehmen Zara gehört, haben das System Fast Fashion erfunden. Wo es früher noch zwei Kollektionen gab (Frühjahr und Winter) gibt es heute in der Fast Fashion Industrie 50 Kollektionen.

Bei dieser „schnellen Mode“ werden Laufstegmodelle und Designtrends schnell und kostengünstig kopiert und sehr viele Kollektionen produziert. Ziel ist es, möglichst große Stückmengen zu verkaufen. Das bedeutet für die Zulieferer, also für die Unternehmen, die Garne, Stoffe, Textilien herstellen, dass sie große Mengen, zu extrem niedrigen Preisen und mit sehr kurzen Fristen liefern müssen. (1)

Mittlerweile gibt es auch die Ultra FastFashion der chinesischen Online-Anbieter Shein und Temu. Shein soll bis zu 1000 neue Designs täglich herausbringen.


(1)Christliche Initiative Romero: Dossier Fast Fashion, Eine Bilanz in 3 Teilen, 2019

Frage 2:  Wie viel Prozent von den durchschnittlich 95 Kleidungsstücken in deutschen Kleiderschränken werden nie getragen?

Antwort: A, 20 %

20% Prozent von den durchschnittlich 95 Kleidungsstücken in deutschen Kleiderschränken werden nie getragen.

Das ergab eine repräsentative Greenpeace-Umfrage zu Kaufverhalten, Tragedauer und der Entsorgung von Mode (Wegwerfware Kleidung) aus dem Jahr 2015.

Frage 3:  Wie viele neue Kleidungsstücke kauft in Deutschland jede Verbraucherin/jeder Verbraucher durchschnittlich pro Jahr? 
Antwort: A, etwa 60

Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen in Deutschland im Schnitt sechzig Kleidungsstücke pro Jahr.


Grund zur Besorgnis sind globale Tendenzen in der Textil- und Modebranche, die unter dem Begriff "Fast Fashion" zusammengefasst werden.
Neue Trends und Kollektionen kommen in immer kürzeren Abständen auf den Markt, die Spirale dreht sich immer schneller. Viele Kleidungsstücke werden nur für eine Saison gekauft und qualitativ entsprechend minderwertig produziert. Der rasant steigende Anteil von Online-Käufen insbesondere der „Ultra-Fast Fashion“- Händler Temu und Shein verstärkt diese Tendenz noch.

https://www.bmuv.de/themen/nachhaltigkeit/konsum-und-produkte/produktbereiche/mode-und-textilien

(Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz) 

Frage 4:   Die weltweite Textilfaserproduktion wächst von Jahr zu Jahr. Im Jahr 2000 waren es circa 58 Millionen Tonnen. Um wie viel Prozent hat sich die Produktion bis 2020 gesteigert? 
Antwort: C, fast verdoppelt

Der weltweite Textilfaserproduktion hat sich von 2000 bis 2020 mit ca. 109 Millionen Tonnen fast verdoppelt.

Frage 5:  Wie viel Prozent der Langstrecken-Frachtflüge transportiert Fast Fashion-Kleidung? 

Antwort: C, ca. 30 %

Weltweit nahm Fast Fashion 2024 rund ein Drittel aller Langstrecken-Frachtflugzeuge in Anspruch. (Juli 2024)

https://de.linkedin.com/pulse/ist-ultra-fast-fashion-und-k%C3%B6nnen-wir-dagegen-tun-recyclehero- xewge?trk=article-ssr-frontend-pulse 

Frage 6:  Wie häufig wird weltweit eine ganze Lkw-Ladung entsorgter und überproduzierter Textilien verbrannt oder auf Deponien entsorgt? 

Antwort: A, jede Sekunde

In Deutschland wirft jeder Mensch durchschnittlich fast 5 kg Textilien pro Jahr weg.(1) Weltweit entstehen so ca. 92 Millionen Tonnen Mode-Müll.(2) Das bedeutet, dass jede Sekunde ein LKW  – bis obenhin gefüllt mit Kleidung – auf einer Müllhalde oder in einer Verbrennungsanlage abgeladen wird(3).

Nicht nur die alte Kleidung verursacht viel Müll – auch Neuware wird entsorgt (7). Der Online-Handel nimmt stetig zu. Immer mehr Menschen bestellen sich ihre Kleidung nach Hause. Meist gleich in mehreren Größen und Farben, um zu schauen, was am besten passt. Der Rest geht wieder zurück zum Online-Händler. Häufig werden diese Retouren sofort geschreddert und vernichtet, da das Überprüfen und Neuverpacken zu arbeitsintensiv und damit zu teuer ist. Das Spenden beispielsweise an gemeinnützige Organisationen wie Kleiderkammern wird erschwert, da die Unternehmen die Ausschussware versteuern müssen.
(1) Preuss, Simone: Fashion Waste Index Europa: Deutschland liegt an 10. Stelle, 23.01.2020, unter:
https://fashionunited.de/nachrichten/ business/fashion-waste-index-europa-deutschland-liegt-an-10-stelle/ 2020012334325, letzter Zugriff 17.5.2021

(2) Niinimaki et al.: The environmental price of fast fashion, Nature Reviews Earth & Environment, 2020, S. 189-200
(3) Changing Markets Foundation: Fossil Fashion: The Hidden Reliance of Fashion on Fossil Fuels, 2021, S. 24

(7) Frommeyer et al.: Plastikverpackungen in textilen Lieferketten, 2019 

Frage 7:  Wie viel Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen entstehen bei der Herstellung von Kleidung und Schuhen? 

Antwort: D, 8 - 10%

Fast Fashion verursacht riesige Mengen an Treibhausgasen. Denn besonders die Herstellung der enormen Mengen an Textilien, aber auch das Waschen und Trocknen der Kleidung ist sehr energieaufwändig. Da dafür vor allem fossile Energien wie Erdöl und Kohle verwendet werden, ist die Modebranche einer der größten Klimasünder. So werden ihr  8-10 % der weltweiten Treibhausgasemissionen  zugeschrieben.

https://www.textilbuendnis.com/themen/sektorrisiken/klimaschutz-thg/ https://www.lfde.com/de-de/466-esg/zwischen-fast-fashion-und-recycling-warum-die-zukunft-der- textilindustrie-in-nachhaltigen-fasern-liegt 

Frage 8:   Wie lange würde das Wasser, das bei der Herstellung eines T- Shirts gebraucht wird, für eine Person als Trinkwasser reichen? 

Antwort: D, ungefähr 2,5 Jahre

Quelle: Europäisches Parlament: Umweltauswirkungen von Textilproduktion und -abfällen (Infografik), https://www.europarl.europa.eu/ news/de/headlines/society/20201208STO93327/umweltauswirkungen-von- textilproduktion-und-abfallen-infografik


Weniger als 1% des Wassers auf der Erde ist Süßwasser in Flüssen und Seen. 97 % des Wassers ist Salzwasser, 2 % sind Eis.


(https://www.quarks.de/umwelt/faq-so-viel-wasser-gibt-es-auf-der-erde/)

Frage 9:  Wie hoch sind die Lohnkosten bei einem konventionell hergestellten T-Shirt, für das man im Laden 19 Euro zahlt?   

Antwort: B, 0,10 €

Die Löhne in den Herstellungsländern reichen meistens nicht zum Leben. Nach einem Tag harter Arbeit und Schufterei haben die Frauen zu wenig, um die Miete zu zahlen, Essen zu kaufen, sich zu kleiden, Medikamente, Vorsorge und Arztbesuche zu bezahlen oder für die Schulbildung ihrer Kinder.

Frage 10:  Wie entsorge ich zerschlissene oder kaputte Kleidung richtig? 

Antwort: B, Wertstoffhof

Am 1. Januar 2025 ist die neue EU-weite Regelung über die Getrenntsammlung von Alttextilien in Kraft getreten. Seitdem dürfen alte und ausrangierte Kleidungsstücke und sonstige Textilien nicht mehr in die Restmülltonne, sondern müssen über Sammelcontainer entsorgt werden. Bereits seit Januar 2023 gilt im Kreis Coesfeld die Getrenntsammlung für Alttextilien. Hierzu wurden zusätzlich zu den bereits bestehenden Sammlungen von karitativen Einrichtungen oder gewerblichen Anbietern jeweils zwei kommunale Sammelcontainer für Alttextilien auf den Wertstoffhöfen im Kreis ergänzt. (https://wbc-coesfeld.de/richtig- entsorgen-wohin-mit-den-alttextilien)